Rund 4.000 bis 5.000 Tscherkessen leben in Israel, fast alle in zwei Orten in Galiläa: Kfar Kama und Rehaniya. Ihre Familien ließen sich dort in den 1870er-Jahren nieder, und sie sprechen bis heute Adygeisch, neben Hebräisch.
Zwei Orte in Galiläa
Kfar Kama liegt in Untergaliläa, an der Straße 767 zwischen Kfar Tavor und dem See Genezareth. Dort leben etwa 3.000 Menschen, die meisten Nachfahren von Schapsugen. Die Dorfschule unterrichtet auf Tscherkessisch, Hebräisch, Arabisch und Englisch, und Sprachwissenschaftler beschreiben einen eigenen Kfar-Kama-Dialekt, eine Form des schapsugischen Adygeisch.
Rehaniya liegt in Obergaliläa, etwa 8 km nördlich von Safed, und hatte 2024 1.188 Einwohner. Die meisten Familien sind Abadzechen. Der Ort wurde auf traditionelle tscherkessische Weise gebaut, mit Häusern Seite an Seite, die eine schützende Mauer bilden, und seine Moschee folgt dem Stil tscherkessischer Moscheen im Kaukasus.

Wie sie kamen
Die Tscherkessen Israels stammen von Familien ab, die im 19. Jahrhundert den Kaukasus verlassen mussten und die von den osmanischen Behörden in den 1870er-Jahren in Galiläa angesiedelt wurden. In Kfar Kama siedelten Schapsugen, in Rehaniya vor allem Abadzechen. Zuerst lebten sie von der Viehzucht, später vom Ackerbau, und europäische Reisende jener Zeit lobten ihre Anbaumethoden und ihr Geschick mit dem Vieh.
Sprache und Leben heute
Die israelischen Tscherkessen sprechen Adygeisch und Hebräisch, viele außerdem Arabisch und Englisch. Seit 1976 hat die Gemeinschaft ein eigenes Schulsystem, getrennt von der staatlichen Abteilung für den arabischen Sektor, damit Sprache und Kultur an jede neue Generation weitergegeben werden. Verglichen mit tscherkessischen Gemeinschaften in anderen Ländern des Nahen Ostens haben die beiden Orte ihre Traditionen besonders gut bewahrt.
Zu den bekannten israelischen Tscherkessen gehört der Fußballer Bibras Natcho, 1988 in Kfar Kama geboren. 2018 wurde er der erste Kapitän der israelischen Nationalmannschaft mit tscherkessischer oder muslimischer Herkunft.
Besuchen

Beide Orte haben Stätten des tscherkessischen Erbes: das Zentrum für tscherkessisches Erbe in Kfar Kama und ein Museum mit Kulturzentrum in Rehaniya. 2007 begannen die tscherkessischen und drusischen Gemeindeverwaltungen, Übernachtungen in Privatunterkünften in ihren Dörfern zu fördern, damit Besucher über Nacht bleiben und die Kultur aus der Nähe erleben können.
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Tscherkessen in anderen Ländern
Tscherkessen in der Türkei · Tscherkessen in Deutschland. Auf Englisch: Jordanien · Syrien · USA · die tscherkessische Diaspora heute.
Tscherkessen in Israel: Fragen
Wie viele Tscherkessen leben in Israel?
Rund 4.000 bis 5.000, fast alle in Kfar Kama (etwa 3.000) und Rehaniya (1.188 Einwohner im Jahr 2024).
Wo leben Tscherkessen in Israel?
In zwei Orten in Galiläa: Kfar Kama in Untergaliläa und Rehaniya in Obergaliläa, nördlich von Safed.
Welche Sprache sprechen die israelischen Tscherkessen?
Adygeisch und Hebräisch, viele außerdem Arabisch und Englisch. Die Schule in Kfar Kama unterrichtet in allen vier Sprachen.
Wann kamen die Tscherkessen nach Israel?
Ihre Familien wurden in den 1870er-Jahren von den osmanischen Behörden in Galiläa angesiedelt, nachdem sie den Kaukasus verlassen mussten.
Kann man Kfar Kama und Rehaniya besuchen?
Ja. Kfar Kama hat ein Zentrum für tscherkessisches Erbe, Rehaniya ein Museum mit Kulturzentrum.
Quellen
- Wikipedia (Englisch), „Circassians in Israel“. en.wikipedia.org/wiki/Circassians_in_Israel
- Wikipedia (Englisch), „Kfar Kama“. en.wikipedia.org/wiki/Kfar_Kama
- Wikipedia (Englisch), „Rehaniya“. en.wikipedia.org/wiki/Rehaniya
- Wikipedia (Englisch), „Kfar Kama Adyghe dialect“. en.wikipedia.org/wiki/Kfar_Kama_Adyghe_dialect
- Wikipedia (Englisch), „Bibars Natcho“. en.wikipedia.org/wiki/Bibars_Natcho
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